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Aktuelles
Das Schmerzgedächtnis
Die sensiblen Nervenzellen im Rückenmark sind genauso lernfähig wie das Großhirn,
d.h. sie entwickeln ein unwillkürliches Gedächtnis für den Schmerz. Es entsteht
dann, wenn Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden. Die Veränderungen
dieser Nervenzellen sind biochemisch nachweisbar, sie verändern auch ihren genetischen
Aufbau. Eine Schlüsselrolle spielen IE - Gene (IE = Immunitätseinheit), von
denen es über 100 gibt.
Das Schmerzgedächtnis sorgt dafür, das akute Schmerzen chronisch werden.
Jetzt genügt schon ein leichter Reiz wie Berührung, Wärme oder Dehnung um einen
starken Schmerz auszulösen, selbst ohne Reiz wird es möglich. Das bedeutet,
der eigentliche Auslöser fehlt, der Schmerz bleibt. Von chronischen Schmerzen
spricht man ab einer Dauer von 6 Monaten. Diese Form der Schmerzen ist leider
nicht die Ausnahme, sondern stellt die Mehrzahl dar.
Um das Schmerzgedächtnis zu löschen bedarf es viel Geduld und eines erfahrenen
Arztes, im Idealfall als Schmerztherapeut ausgebildet. Hier findet zur Zeit
ein entscheidender Paradigmenwechsel statt im Sinne einer Hinwendung zur Individualtherapie.
Hierzu werden verschiedene Medikamente kombiniert und Psycho - sowie Physiotherapie
hinzugezogen.
Folgen des Aufbaus eines Schmerzgedächtnisses sind psychosoziale Veränderungen.
Ein dramatischer Verlust an Lebensqualität, Angststörungen, Depressionen
bis hin zum Suizid. Physiologisch kann es zu ernsten Folgeschäden kommen, meist
neurologischer Natur.
Therapeutische Konsequenz : Eine ausreichende präventive Schmerzbetäubung
(Analgesie ). Ein Schmerzgedächtnis darf gar nicht erst entstehen. Hinzuziehen
ergänzender Schmerztherapien wie Hypnotherapie, Tiefenentspannung und ganzheitlicher
psychotherapeutischer Betreuung versprechen den bestmöglichen Erfolg.
Gesundheitstipp: Medikamente online
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